Instagram-Icon

Probleme auswählen

In dieser Lektion werdet ihr…

  • die Dimension eurer gesammelten Probleme und Lösungen prüfen.
  • daraus im Team ein Problem und eine Lösung auswählen.

Schlüsselbegriffe

  • Lösung: eine App, die ihr zur Lösung eures Problems erstellt
  • Dimension: das Ausmaß oder die Größe der Probleme oder Lösungen

Problem-Lösungs-Dimension

In dieser Lektion prüft ihr die Dimension – also das Ausmaß oder die Größe der Probleme und Lösungen, an denen ihr im Team arbeiten möchtet. Am Ende dieser Lektion werdet ihr bereit sein, an einem Problem und seiner Lösung weiterzuarbeiten. Wählt ein Problem aus, das ihr als sinnvoll und wichtig für eure Community erachtet.

Überprüft das Ausmaß der Probleme, die ihr im Team gesammelt habt. Stellt dafür bei jedem Problem folgende Fragen:

  • Handelt es sich um ein wirklich großes Problem?
  • War es in Deutschland in den Nachrichten?
  • Findet ihr drei Unternehmen oder Lösungen, die das tun, was ihr tun wollt?

Wenn ja, wird es schwieriger sein, eine innovative Lösung zu finden.

  • Betrifft das Problem viele Menschen?
  • Gibt es Stiftungen, Non-Profit-Organisationen, Unternehmen oder Start-ups, die sich für das Problem interessieren?

Sobald ihr euch für das wichtigste Problem entschieden habt, fahrt ihr mit dem Brainstorming von Lösungen fort. Überprüft auch hier das Ausmaß eurer Top-Lösungsideen.

Während ihr über Lösungen nachdenkt, geht noch einmal die Arten von Innovationen aus der Lektion „Ideenentwicklung 2: Probleme brainstormen“ durch: Verbessern, Kosten reduzieren, Aufklären, Anwenden, Erfinden. Welche Art von Innovation ist eurer Meinung nach für euer Problem passend und erforderlich?

Prüft das Ausmaß der Lösungen, die ihr gesammelt habt. Stellt dafür pro Lösung folgende Fragen:

  1. Versucht die Lösung ein wirklich großes Problem anzugehen? Oder einen Teil eines wirklich großen Problems?

Ein großes Problem könnt ihr in kleinere Probleme aufteilen.

  1. Findet ihr drei bestehende Unternehmen oder Lösungen, die das tun, was ihr tun wollt?

Wenn ja, wodurch wird eure Lösung anders und innovativ?

Ihr habt eine Menge Ideen, wie ihr euer Problem angehen könnt? Dann solltet ihr nun darüber nachdenken, welche Lösungen sich am besten mit einer mobilen App umsetzen lassen und welche Lösungen innovativ sind. Einige Ideen beinhalten vielleicht eine mobile App, andere hingegen nicht. Denkt über alle eure Ideen nach und versucht, Wege zu finden, wie ihr die Möglichkeiten einer mobilen App nutzen könnt.

Hier sind einige Beispiele für das Problem „Müll in unserer Wohngegend“:

Mögliche Lösung Wie eine mobile App die Lösung noch verbessern kann
Der Stadt helfen, herauszufinden, welche Mülleimer öfter geleert werden sollten Die Menschen aus eurer Community bitten, in der App ein Foto zu machen und den Standort überquellender Mülleimer zu markieren. Diese Informationen werden direkt an die Stadt geschickt, damit sie die Mülleimer leeren kann.
Größere Mülleimer aufstellen
Strafzettel verteilen, wenn Menschen große Gegenstände auf der Straße liegen lassen
Eine Gruppe gründen, die sonntags die Straßen säubert, damit sich die Menschen stärker beteiligt fühlen Personen können sich über eine App finden und Aufräumgruppen gründen.
Einen Dienst einrichten, um Müll bei den Menschen zu Hause abzuholen Mithilfe einer mobilen App können euch die Leute direkt anrufen und ein Bild von den Dingen schicken, die sie abholen lassen wollen. Dies erleichtert es ihnen, ihren Müll loszuwerden.
Menschen mit Plakaten auffordern, keinen Müll auf den Boden zu werfen
Die Stadt dazu bringen, mehr Mülleimer aufzustellen Über eine App können die Leute Geld an die Stadt spenden, damit in ihrer Nachbarschaft mehr Mülleimer aufgestellt werden.

Wie ihr seht, braucht es nicht für alle Lösungen eine mobile App. Beispielsweise wäre eine App für Menschen, die der Stadt Geld spenden möchten, nicht die beste Idee. Denn es gibt bereits eine Menge Websites, die dasselbe anbieten. Und man braucht auch keine mobile App, um einen Mülleimer zu entwerfen, der mehr Platz für Müll bietet.

Seid ihr bereit, euch für Probleme und Lösungen zu entscheiden? Dann fahrt mit der nächsten Aktivität fort.

Aktivität: Probleme auswählen

Aufgabe:

  1. Ergänzt alle neuen Probleme, die euch seit dem letzten Treffen eingefallen sind, in eure Problemliste aus der Lektion „Ideenentwicklung 2: Probleme brainstormen“.
  2. Wählt im Team ein paar „Top-Probleme“ von der Liste aus. Um ihr Ausmaß zu überprüfen, stellt euch folgende Fragen:
    • Ist es ein wirklich ein großes Problem?
    • Wurde schon mal in den Nachrichten darüber berichtet?
    • Betrifft das Problem viele Menschen?
    • Gibt es in Deutschland Stiftungen, Non-Profit-Organisationen, Unternehmen oder Start-ups, die sich für das Problem interessieren?
    • Findet ihr drei bestehende Unternehmen oder Lösungen, die das tun, was ihr tun möchtet? (Falls ja, wird es schwieriger, eine innovative Lösung zu finden.)
  3. Wenn ihr den Großteil der ersten vier Fragen mit „Ja“ beantwortet habt und euer Team ein großes Interesse an dem Problem hat, dann könnt ihr es auf eure Liste setzen. Falls ihr den Großteil der ersten vier Fragen mit „Nein“ beantwortet habt, macht noch ein Brainstorming und sucht nach weiteren Ideen.

Diese Aktivität wurde inspiriert von Creativity in engineering research von David Cropley und Creativity Training von Scott et al.

Aktivität: Probleme und Lösungen brainstormen

Dafür braucht ihr:

  • Post-its oder Papier
  • Stifte oder Marker
  • Tafel oder Whiteboard
  • Falls ihr euch virtuell trefft,
    könnt ihr Tools wie ideaboardz
    oder Mural nutzen.

Falls ihr keinen Drucker habt, könnt ihr auch ein leeres Blatt Papier verwenden oder das Arbeitsblatt online ausfüllen.

Lösungen brainstormen

  1. Zeichnet für jede Innovations-Art aus der Lektion „Ideenentwicklung 2: Probleme brainstormen “ (Verbessern, Kosten reduzieren, Aufklären, Anwenden, Erfinden) ein großes Kästchen an eine (digitale) Tafel oder auf ein großes Blatt Papier.
  2. Nehmt euch für jedes eurer „Top-Probleme“ ein paar Minuten Zeit und denkt darüber nach, mit welcher Art von Innovation ihr das Problem lösen könnt.

Lösungen auswählen

  1. Um das Ausmaß jeder Lösung zu prüfen, stellt euch diese Fragen:
    • Versucht die Lösung einen Teil eines wirklich großen Problems zu lösen?
    • Findet ihr drei bestehende Unternehmen oder Lösungen, die das tun, was ihr tun wollt? (Wenn ja, wie kann sich eure Lösung davon abheben und innovativer werden?)
    • Habt ihr die Nutzer:innen – also die Personen, die von dem Problem betroffen sind – im Blick?
    • Nutzt die Lösung die Funktionen von Smartphones (z. B. GPS, Beschleunigungsmesser, Kamera)? Wenn nicht, überlegt, wie ihr die Lösung als mobile App umsetzen könnt.
  2. Ihr habt mindestens zwei Ideen, die das Problem lösen, den Bedürfnissen der Nutzer:innen (User) entsprechen, innovativ sind und die Funktionen von Mobiltelefonen gut nutzen? Dann geht weiter zur nächsten Lektion.

Diese Aktivität wurde inspiriert von Creativity in engineering research von David Cropley und Creativity Training von Scott et al.

Reflexion

Herzlichen Glückwunsch, ihr habt eine Lösung für euer Problem gefunden! Macht nun mit den Ideenentwicklungs-Lektionen 5 und 6 weiter, um zu eurer Idee „Marktforschung“ zu betreiben und eine Problemdarstellung zu schreiben. Wahrscheinlich wird sich eure Idee im Laufe der Zeit noch weiterentwickeln. Eure App könnte am Ende auch völlig anders aussehen als ihr es euch jetzt vorstellt. Macht euch keine Sorgen: Das ist alles Teil der Ideenentwicklung!

  • Auf welches Problem und welche Lösung konzentriert ihr euch?
  • Welche Probleme habt ihr gefunden, die eine App nicht lösen kann?
  • Wodurch wird eure Lösung innovativ?

Technovation Challenge

Bewertungskriterien für den internationalen App-Wettbewerb

Anhand von Kategorien und Kriterien wird die App am Ende der Technovation-Saison von einer Jury bewertet. Diese Lektion hilft euch, Punkte in der Kategorie „Innovation“ zu sammeln. Hier könnt ihr den Bewertungsbogen einsehen.

Hier sind einige Beispiele für Apps, die Probleme im Zusammenhang mit Müll und Müllentsorgung lösen:

Eedo von The Cantavits

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

81 Prozent der Menschen entsorgen Elektroschrott auf eine falsche Art, was zu giftigen Dämpfen und verschmutztem Wasser führt. Eedo ist eine Android-App, die eine Verbindung zwischen Elektromüllproduzenten und Recyclingunternehmen herstellt.

ZeroWaste (0 Waste) von 3BigTomatoes

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

ZeroWaste hilft Menschen dabei, die verschiedenen Abfallarten in ihrem Haushalt zu erkennen. So können sie lernen, wie sie diese richtig recyceln, wiederverwenden und reduzieren können. Mit Bildern, Videos und Spielen hilft die App Menschen (insbesondere Kindern und neu Zugezogenen), die örtlichen Müllsammelregeln zu verstehen und fördert das Bewusstsein für „Zero Waste“ zum Schutz unserer Umwelt. Sie kann von jeder Person in verschiedenen Städten genutzt werden. Die App macht Spaß und ist lehrreich, und das Wichtigste: Sie ist kostenlos!

„Discardious“ von Team Charis

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Discardious trägt dazu bei, das Problem der falschen Abfallentsorgung in Nigeria zu lösen. Um loszulegen können die Benutzer:innen einen Ort mit Google Maps auswählen. Die App ermöglicht es, entweder ein Problem in ihrer Umgebung zu melden oder ein Fahrzeug anzufordern, der ihren Abfall abholt.